![]() |
|
05.02. 2012
|
Sprachstil: Der Gebrauch des GenitivsText: Redaktion sprache-kompakt In der deutschen Sprache werden Nomen zur Anzeige ihrer syntaktischen Rolle im Satz dekliniert. Es wird dabei zwischen vier Fällen unterschieden: Dem Nominativ (wer oder was?), dem Akkusativ (wen oder was?), dem Dativ (wem?) und dem Genitiv (wessen?). Maria gibt ihm Elenas Buch zu lesen.
Im Beispielsatz oben sind alle Fälle vetreten. Der Nominativ benennt das Subjekt des Satzes, in diesem Fall "Maria". Der Dativ bezeichnet das indirekte Objekt "ihm" und der Akkusativ das direkte Objekt "Elenas Buch", wobei "Elenas Buch" zugleich ein klassisches Genitivkonstrukt zur Bezeichnung der Herkunft oder des Besitzers ist. So deutlich wie hier gibt sich der Genetiv jedoch nicht immer zu erkennen, denn hinsichtlich unterschiedlicher grammatischer und semantischer Aufgaben, kann er noch in einigen anderen Konstrukten auftauchen. eiligen Schrittes verschwinden
die Vereidigung des Präsidenten der jüngste der Brüder ein Freund großer Worte die Reform der Rechtschreibung Genitiv nach Präpositionen angesichts des großen Andrangs
aufgrund schlechter Sichtverhältnisse dank seines sicheren Auftretens einschließlich seiner Rücklagen infolge des Wirbelsturms innerhalb / außerhalb des verkehrsberuhigten Bereichs kraft seiner Autorität laut seiner Aussage mittels guter Beziehungen seitens des Sozialamts statt des Kuchens kannst du auch Torte bringen trotz des starken Windes unweit des kleinen Gartens während des Unterrichts wegen heftigen Regens einer Meldung zufolge Ersatz-Dativ laut dem Bericht des Ministers (statt: laut des Berichts des Ministers)
aufgrund von Prognosen einschließlich Porto infolge von Börsenturbulenzen laut Anweisung trotz Glatteis wegen Umbau geschlossen Umgangssprachliche Ersetzungen das Haus von meinem Vater (besser: das Haus meines Vaters)
wegen dem großen Andrang (besser: wegen des großen Andrangs) die Vereidigung von Präsident Roosevelt (besser: die Vereidigung Präsident Roosevelts) die Renovierung von unserem Haus (besser: die Renovierung unseres Hauses) Mittlerweile sind die Ersatzkonstruktionen so weit verbreitet, dass die korrekte Bildung des Genitivs vielerorts fast schon antiquiert oder gestelzt wirkt. Doch gerade in der Schriftsprache schafft die Flexion des Artikels, des Attributs und des Nomens beim Genitiv sichtbare Sinnzusammenhänge, die das Lesen und Verstehen von Texten erleichtert.
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Kennen Sie sich mit dem Thema aus und wollen Sie Ihre Kritik oder Anregungen beisteuern? Wenn Sie
möchten, übermitteln Sie uns auch Ihren Namen für eine eventuelle, spätere Veröffentlichung Ihres Kommentars auf dieser Seite. |