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Sein Unwesen treiben - Bedeutung der Redewendung

Text/Fotos: Sprache-Kompakt Redaktion  

Die Vorsilbe "Un" klingt bisweilen schon bedrohlich, was man an bestimmten Wörtern wie "Ungeheuer", "Unmensch", "Unhold", "Unwetter", "Untiefe" oder auch beim "Unwesen" feststellen kann. Insbesondere, wenn dem "Un" ein Konsonant folgt, wird der Sprechapparat zu einer kleinen Zwangspause gezwungen, die es in die Länge zieht und so seine Betonung am Wortanfang verstärkt.

Die Bedeutung von "sein Unwesen treiben"

Die Vorsilbe "Un" bedeutet die Abwesenheit von dem, was im Wortkern näher bezeichnet wird. Beim "Unwesen", fehlt dem, der selbiges treibt, schlichtweg das "Wesen". Wesenlos und ohne Rücksicht auf alles Seiende, gleich einem Geist oder Gespenst, wütet er unter den ehrbaren Leuten und richtet mit seinem verwerflichen Tun und Treiben Schaden an.

Die Herkunft von "sein Unwesen treiben"

Der Wortkern "wesen" stammt aus dem Mittelhochdeutschen, wo es "sein" bedeutet. Man findet es noch in der Partizip-II-Form "gewesen". Entsprechend beschrieb "Unwesen" ursprünglich das "Nichtsein". Da alles, was zwar selbst nicht ist, aber trotzdem Einfluss auf die Seienden hat, als bedrohlich empfunden wird, wurde das Unwesen sehr bald auf all die Phänomene übertragen, die als Erklärung für das Eintreten schlimmer Ereignisse herhalten mussten. Neben Geistern und Gespenstern gehörte auch der Teufel als erster Verdächtiger für alle Übel zu dieser illustren Runde, die ab etwa dem 15. Jahrhundert ihr Unwesen im Sprachgebrauch trieb. Sprachlich eng verwandt mit den Unwesen sind die "Unholde", die als böse Geister und furchterregende Wesen besonders im Märchen und im Volksglauben Angst und Schrecken verbreiteten.

Von dort war es nur noch ein kleiner Schritt, all diejenigen Wesen, die, jedwede Menschlichkeit verachtend, um sich wüteten, als Unwesen zu bezeichnen. Darunter fielen brutale Verbrecher, Soldaten, Krieger, aber auch als Hexen bezichtigte Frauen und solche, die im Verdacht standen, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Auch der Kreis der "Unholde" erweiterte sich im Lauf der Zeit um alle bösartigen Menschen, die anderen aus reiner Bosheit heraus Schaden zufügten.

Mit zunehmender Aufklärung erfuhr die Redensart schließlich eine beachtliche Abschwächung ihrer Bedeutung, so dass heute auch Narren, Toren und Dummköpfe ihr Unwesen treiben können, ohne dass sie gleich auf dem Scheiterhaufen brennen müssen.

Synonyme für "sein Unwesen treiben"

  • verwerfliches Tun
  • bösartiges Treiben
  • schlimmer Zustand/schlimmes Übel
  • Elend/Missstand verursachen
  • grober Unfug/Unsinn
  • Dummheiten machen
  • Torheiten/Narreteien/Streiche spielen

Beispiele für "sein Unwesen treiben"

  • Wenn Geißen, Affen und Bären ihr Unwesen treiben (Südwest Presse am 12.1.17 - Bericht über eine Fasnachtsveranstaltung)
  • Wilderer treibt sein Unwesen bei Lichtenfels (Neue Presse)
  • Waschbären treiben Unwesen (Taunus Zeitung am 2.8.16)
  • Wenn hyperallergene Pollen und eingeschleppte Pflanzen ihr Unwesen treiben (Phytodoc am 4.9.15)
  • Automatensprenger treiben wieder ihr Unwesen (Frankfurter Allgemeine am 13.11.17 - Bericht über Geldautomaten-Knacker)
  • Gefahr aus der Dunkelheit – Planenschlitzer treiben in Osthessen ihr Unwesen (hr-Fernsehen am 21.9.17 - Bericht über Diebstähle von Ladungen aus beplanten LKW)
  • Wie "Reichsbürger" in der Region ihr Unwesen treiben (Aachener Zeitung am 14.12.16)

Vom Unwesen zum Unmenschen

Eng verwandt mit dem Unwesen ist der "Unmensch", ein Mensch, der keinerlei Menschlichkeit zeigt. Darunter fallen etwa Psychopathen, Soziopathen und andere Leute, die durch unmenschliches Handeln zu wahren Monstern mutieren. Etwas besser kommen die "Ungeheuer" weg, da sie nicht als von Grund auf böse betrachtet werden. Ungeheuer sind all die Wesen, die einem nicht "geheuer", also "nicht angenehm" sind. Für Seefahrer waren dies einst riesige Kragen, die aus den Tiefen der Meere emporstiegen, und die Schiffe mit sich rissen. Für die moderne Ehefrau kann das aber auch schon mal der Gatte sein, der den Hausfrieden durch undankbares oder unflätiges Verhalten stört.

Die Untiefe ist gar nicht so tief

In der Alltagssprache taucht die Untiefe immer als unergründlich tiefe Gewässer auf. Diese Bedeutung kennt das Wort etwa seit dem 18. Jahrhundert, als die Vorsilbe "Un" in diesem Fall statt ausschließlich negierend auch für ihr Gegenteil, der Verstärkung des Wortkerns, benutzt wurde. In seiner ursprünglichen Bedeutung taucht es seit dem 10. Jahrhundert auf und kommt heute nur noch als Fachbegriff in der Seefahrt vor. Dort bezeichnet "Untiefe" eine seichte Stelle im Gewässer, die die Schifffahrt gefährdet.

Besser gar kein Wetter als ein Unwetter

Nicht negierend, sondern ebenfalls verstärkend wird die Vorsilbe "Un" beim Unwetter gebraucht. Denn bei einem solchen hält sich das Wetter nicht etwa vornehm zurück, sondern zeigt sich von seiner extremsten Seite. Es verursacht als Unwetter hohe Sachschäden und nicht selten richtiggehende Katastrophen, bei denen auch Menschen ihr Leben verlieren.

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